Pressespiegel

2015

22.03.2015, Westfälische Nachrichten

Harmonisch ausgewogener Klang
Kammerchor Münster gastiert in der Roxeler Pfarrkirche
Münster-Roxel - Sanft und mit beeindruckender rhythmischer Genauigkeit verbreitete sich im Handumdrehen ein Wohlklang im Gotteshaus: Der Kammerchor Münster führte in St. Pantaleon Hugo Distlers Choralpassion auf.
Die zarten und traumhaften Klänge des Marimbaphons in den Händen von Yung-Ju Tsai hätten als Auftakt für ein Konzert der etwas anderen Art nicht passender sein können: ... Dem außergewöhnlichen Intermezzo setzte der Kammerchor Münster unter der Leitung von Hermann Kreutz noch ein absolutes Sahnehäubchen auf. ... Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

2013

17.07.2013, Münstersche Zeitung,Günter Moseler

Zeitlose Musik des Schreckens
Konzert: Zoltán Kodálys Kriegsmesse
MÜNSTER - Zoltán Kodálys "Missa Brevis" von 1944 beginnt wie ein Requiem - eine Totenklage schon vor Ende des Zweiten Weltkriegs. Auch in der Orgelversion, die von Christiane Alt-Epping gespielt wurde, geht dem Werk die Gewissheit des Schreckens nicht verloren. Der Kammerchor Münster unter der Leitung von Hermann Kreutz sang in der Lambertikirche aber schon im "Kyrie" auch dort klangschön, wo musikalische Dramatik schiere Kraft zu provozieren scheint. Der Optimismus im entfesselten "Gloria" wurde leicht gesungen ... Den vollständigen Artikel als PDF finden Sie hier

16.07.2013, Die Glocke, e-paper

Chorgesang erklingt von der Orgelbühne aus
Warendorf (bjo). Vielschichtig ist sie ohne Zweifel, die 1942 entstandene "Missa brevis" des ungarischen Komponisten Zoltán Kodály. Das Werk - zunächst als "Stille Messe" für Orgel solo und erst 1944 in einer Version für gemischten Chor und Orchester entstanden - bildete am Sonntag den Mittelpunkt des Konzerts des Kammerchors Münster unter der Leitung von Hermann Kreutz und Organistin Christiane Alt-Epping in der Laurentiuskirche.
Diese Besonderheit der "Missa brevis" brachte der Kammerchor hervorragend zum Ausdruck: Den Sängerinnen und Sängern gelang mit Dirigent Hermann Kreutz eine Aufführung, die das Werk von Zoltán Kodálys emotional auslotete,... Den vollständigen Artikel als PDF finden Sie hier

14.07.2013, Westfälische Nachrichten, Arndt Zinkant

In allen Sphären unterwegs
Kammerchor Münster konzertiert in der Lambertikirche
Vielen bedeutenden Werken ist anzumerken, dass sie im Schatten des Zweiten Weltkriegs entstanden sind. Manche, wie Brittens "War Requiem", machen dies ausdrücklich zum Thema. Bei Zoltán Kodálys "Missa brevis" (uraufgeführt 1945) sind die Gräuel eher wie unter Schleiern verborgen - und der Kammerchor Münster unter Hermann Kreutz fegte sie zum Glück nicht lauthals hinweg. So gelang am Samstagnachmittag eine Aufführung, die das Werk wunderbar emotional auslotete, ohne seine Vielschichtigkeit anzutasten. ... Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

17.03.2013, Westfälische Nachrichten, Peter Sauer

Kammerchor Münster sang die Johannespassion von Schütz
Ausdrucksvolle Schlichtheit
Das Bewusstsein für die Passionszeit geht im hektischen Alltagsgeschehen oftmals unter. Für ein Innehalten in der vorösterlichen Zeit sorgte am Wochenende der Kammerchor Münster mit Konzerten in der Erphokirche und in der St. Pantaleon-Kirche. Auf dem Programm stand die Johannes-Passion von Heinrich Schütz. Der kurfürstliche sächsische Kapellmeister komponierte die "Historia des Leidens und Sterbens unseres Herren und Heilands Jesu Christi nach dem Evangelisten St. Johannes" um 1665/66 als reines A-cappella-Werk ... Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

2012

30.12.2012, Westfälische Nachrichten, Heike Eickhoff

Froh und volksnah
Kammerchor Münster mit der „Weihnachts-Historie“ von Schütz
Münster - Schütz hat mit der Weihnachts-Historie 1664 ein Alterswerk vorgelegt. Reife Musik – und zugleich frisch und lebensfroh. Ebenso frisch ging Hermann Kreutz, seit Jahrzehnten für erstklassige Chorarbeit bekannt, an das Werk und legte in der gut besuchten Erphokirche eine hervorragende Interpretation vor. Unterstützt von Tenor Nils Giebelhausen, dem die Evangelistenpartie auf den Leib komponiert schien, sowie der Sopranistin Rebecca Wiemers, dem jungen Bariton Mathis Koch und handverlesenen Instrumentalisten kam hier, zwei Tage nach den Feiertagen, die frohe Weihnachtsbotschaft auf innige und zugleich mitreißende Weise zu Gehör. ... Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

25.11.2012, Westfälische Nachrichten, Heike Eickhoff

Garant für vollendeten Chorgenuss

Der Kammerchor Münster bestätigte mit der Schütz-Aufführung in St. Stephanus seinen Rang
Münster - Der Kammerchor Münster unter Hermann Kreutz ist seit Urzeiten ein Garant für vollendeten Chorgenuss und zelebrierte am Samstag wieder, scheinbar mühelos, ein anspruchsvolles Konzert. Lobenswert: Weder Klang noch Intonation ließen nach – dabei ist der Kammerchor nicht allzu üppig besetzt. Doch die engagierten Musikliebhaber verfügen hörbar über eine sehr solide stimmbildnerische Ausbildung und sind deshalb so ziemlich jedem Programm, das Hermann Kreutz aus seinem reichen Erfahrungsschatz zaubert, gewachsen. ...Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Ein Hörerlebnis von Seltenheitswert

27.03.2012, Münster
"Meditative Stimmen, getragen von einem sonoren Bass und minutiösen Streicherklängen: Es war Gänsehaut pur (...) Mit der Aufführung der komplexen ,,Berliner Messe" (...) gelang dem Kammerchor Münster (...) ein choristisches Meisterstück. Die sensibel begleitenden Instrumentalisten des "Orchester con variazione Münster" beeindruckten nicht minder. (...)
Der Kammerchor Münster unter der Leitung von Hermann Kreutz und die begleitenden Instrumentalisten bewiesen in der St.-Pantaleon-Pfarrkirche Brillanz."
Westfälische Nachrichten (Lokalteil), - 27.03.2012, Thomas Usselmann

Kammerchor gastiert in St.Pantaleon

27.03.2012, Roxel (Münster)
Für Gänsehaut und lang anhaltenden Applaus sorgte am Sonntag der Kammerchor Münster in der St.-Pantaleon-Kirche Roxel. Die 32 Sängerinnen und Sänger trugen die "Berliner Messe" des zeitgenössischen Komponisten Arvo Pärt vor. Bei dieser äußerst modernen lateinischen Messe, die der 1935 in Estland geborene Komponist [...].
Münstersche Zeitung, - 27.03.2012

2011

Klangschön ausgesungene Bögen

30.12.2011, Münster
Es ist schon ungewohnt das Weihnachtsoratorium erst nach den Feiertagen zu hören - und dazu nicht mit dem gewohnten Festjubel empfangen zu werden. Keine Pauken und Trompeten, kein „Jauchzet, frohlocket“. Ehrfürchtig und klangvoll eröffnet der Kammerchor Münster unter Hermann Kreutz - denn es werden die Kantaten vier bis sechs aufgeführt, an denen sich der Weihnachtsbetrieb meist vorbeimogelt. Schon Albert Schweitzer war einst gegen komplette Aufführungen - aus Sorge, dass „der ermüdete Hörer die Schönheiten des zweiten Teils nicht mehr zu fassen vermag“. So wird er ihm heute meist ganz vorenthalten ... Den vollständigen Artikel finden Sie hier.
Westfälische Nachrichten, - 30.12.2011, Arndt Zinkant

Innig und beseelt

30.12.2011
Konzert: Kreutzchor sang die Kantaten 4 bis 6 von Bachs „Weihnachtsoratorium“
MÜNSTER. Auch Vorweihnachtsrituale unterliegen der Vergänglichkeit. Weihnachtsmärkte verschwinden, die Einkaufshektik in den Straßen verebbt. Ruhe kehrt ein. Die Stadt tut einen tiefen Atemzug. Die ganze Stadt? Nein! In der Erphokirche stemmte der Kammerchor Münster unter Hermann Kreutz in aller Feiertagsidylle noch Großes. Sie interpretierten Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium" als eine große Feier:...Die Fortsetzung finden Sie hier
Münstersche Zeitung, - 30.12.2011, Günter Moseler

Singspiel mit eindringlichen Texten

29.03.2011, Münster-Roxel
30 Meter lang und zwei Meter hoch war die Darstellung des imposanten Totentanzes, der seit dem 15. Jahrhundert die Gläubigen in der Marienkirche zu Lübeck bei der Beichte begleitete. Auf dem Kunstwerk rafft der personifizierte Tod in Form eines kraftvoll voranschreitenden Skeletts vom lebensgroß gemalten Kaiser bis zum Kind in der Wiege systematisch und zuverlässig alle hin. Anfang des 18. Jahrhunderts komplett durch eine Kopie ersetzt, denn das Original war in schlechtem Zustand, hing der Totentanz dort bis zu seiner Zerstörung während eines Luftangriffes 1942. Dieser gemalte Totentanz inspirierte Hugo Distler zu seinem musikalischen „Totentanz“ (1934), einer Art szenischen Singspiels mit eindringlichen Texten, nur manchmal von schlichten Flötenpassagen unterbrochen. Der Kammerchor Münster brachte das Werk in der Roxeler Pfarrkirche zu Gehör. Das Ensemble sang die 14 Sprüche des „Totentanzes“ sauber und eindringlich, ... Den vollständigen Artikel finden Sie hier
Westfälische Nachrichten, - 29.03.2011, Heike Eickhoff

Feiner Reigen blasser Geister

27.03.2011, Münster
Münster - Wenn „Freund Hein“ zum Totentanz bittet, sind alle gleich: Ob Bauer oder Edelmann, Kaiser oder Klausner, Kind oder Greis. Alle reihen sich ein in den Reigen blasser Geister, da nützt kein Feilschen und kein Flehen, kein Ach und kein Weh. Unbarmherzig nimmt der weißgeschminkte Gevatter (Jochen Pickerott) sie bei der Hand und führt sie hinfort, worauf der Chor in aphoristischer Kürze jedem sein „Memento mori“ hinterhersingt. In ausdrucksstarken, teils mittelalterlich anmutenden Gesangslinien, die Hugo Distler (1908-1942) komponierte. Der gut aufgelegte Kammerchor Münster unter Hermann Kreutz faszinierte mit dem ungewöhnlichen Werk in der Erphokirche. ... Den vollständigen Artikel finden Sie hier
Westfälische Nachrichten, - 27.03.2011, Arndt Zinkant


2010

Ein Garant für gute Konzerte

29.12.2010, Münster
Chorbild Münster - Dieser Chor ist ein Garant für gute Konzerte. Hermann Kreutz legte mit dem Kammerchor Münster am Dienstag wieder in gewohnter Weise die Messlatte für nicht professionelle Chormusik ziemlich hoch. Immer die Stärken des Chores unterstreichend und geschickt ein paar Schwachpunkte wegnehmend, so lässt Kreutz seinen Kammerchor Jahr um Jahr tolle Konzert singen.
Unterstützt von drei Gesangssolisten und von drei Instrumentalisten gab es überwiegend Chorklang pur. Der Chor hielt es dabei aber meist besinnlich - so gab es weder die ganz großen Lautstärken noch rasante Tempi. Nur am Ende, im „Magnificat“ von Richard Bartmuß, einem echt romantischen Satz für zwei vierstimmige Chöre (nebenbei: Klar lief auch hier alles sauber und elegant wie gewohnt) durften die Sängerinnen und Sänger einmal so richtig aufmachen und ließen erahnen, welche schiere Sangesfreude ... [mehr]
Westfälische Nachrichten, - 29.12.2010, Heike Eickhoff

Die düsteren Töne kommen von Herodes

30.12.2010, Münster
Konzert: Chormusik in der Erphokirche
Herodes gehört zu den unrühmlichen Personen der Bibel, wobei sich seine Rolle dort auf wenige Schreckensmomente beschränkt. "Die Epiphaniasgeschichte" von Hans-Jürgen Iskraut, die im Zentrum des Konzerts "Weihnachtliche Chormusik" mit dem Kammerchor Münster unter Hermann Kreutz in der Erphokirche stand,... [mehr]
Münstersche Zeitung, - 29.12.2010, Günter Moseler



Innige Klänge zu Lasker-Schülers Lyrik

6./7.11.2010, Münster und Rheda-Wiedenbrück
Chorbild Münster - Es ist selten, dass ein geistliches Chorkonzert bereits nach den ersten Stücken mit Beifall bedacht wird. Und ganz ungewöhnlich, wenn der Applaus vom Ensemble selbst kommt. 

Doch nicht der eigenen Kunst galt der Zuspruch des Kammerchors Münster in der St-Joseph-Kirche, sondern dem anwesenden Komponisten Hinrich Luchterhandt. Der zeigte sich hocherfreut über die makellose Uraufführung zwei seiner Stücke, die der Altistin Ingeborg Danz gewidmet waren. Im „Gebet“, komponiert auf ein Gedicht von Else Lasker-Schüler, steht der Solopart im Mittelpunkt, den die Sängerin mit der orgelhaften, gleichwohl nuanciert geführten Fülle ihrer Stimme ausfüllte. Zu Lasker-Schülers Gedicht hat der 82-Jährige eine innige Musik komponiert, die den Chor differenziert von der Ein- bis zur Vierstimmigkeit einsetzt und äußerliche Effekte scheut. ... [mehr]
Münstersche Zeitung, Die GLocke - 10.11.2010, Matthias Gans



Rossinis kleine Messe ganz groß

03.07.2010, Erphokirche, Münster
Konzert: Fantastischer Kreutzchor Die schönsten Messen klingen wie Opern. Zur Kunst der Interpreten gehört es, sie dennoch wie Messen klingen zu lassen. Die liturgische Intention ist auch dann vorrangig, wenn die Messetexte sich in weltlicher Leidenschaft schier verausgaben. Gioacchino Rossini gehört zu den Sonnenkönigen der Oper, ... [mehr]
Münstersche Zeitung 05.07.2010, Günter Moseler

Ein Werk heiterer Feierlichkeit

03.07.2010, Erphokirche, Münster
Chorbild Kammerchor präsentiert Rossini-Messe  - „Sahnehäubchen“ dieses Fußballtages wurde die Petite Messe Solennelle in der Begrüßung genannt. Doch natürlich strömten am Samstagabend keine Massen euphorischer Fans im Siegestaumel in die Erphokirche, um Rossinis Musik zu lauschen (die sich in ihrem oft beschwingten Gestus gar nicht so schlecht gefügt hätte); einige Kirchenbänke blieben leer. Doch die Anwesenden wussten das Konzert zu schätzen. Hermann Kreutz und sein Kammerchor Münster wurden am Ende zu Recht mit Standing Ovations gefeiert. ... [mehr]
Westfälische Nachrichten 05.07.2010, Arndt Zinkant

2009

Durch sternklare Himmelshöhen

20.12.2009, Erphokirche, Münster
Münster - Konzert: Hermann Kreutz dirigiert Bachs "Magnificat"  Weihnachtsschnee fiel, so regelmäßig wie in einer alten Glaskugel. Schnee lässt Gedanken schweifen, jede von Schnee bedeckte Welt scheint vor einem Neuanfang zu stehen. Auch alle große Musik scheint große Ereignisse zu garantieren, besonders an hohen Kirchenfesten - wenn Johann Sebastian Bach die autoritäre Feder führte. ... [mehr]
Münstersche Zeitung 22.12.2009, Günter Moseler

Kraftvoll bis zum "Gloria"

20.12.2009, Erphokirche, Münster
Münster - Kammerchor sang Bachs Magnificat Imposant startete der Kammerchor Münster in Johann Sebastian Bachs Magnificat (BWV 243). Und weil das Christkind vor der Tür steht, hatte der Kammerchor Bachs zweite, etwas größer angelegte Version des Magnificats mit den zusätzlichen vier weihnachtlichen Einlagesätzen rausgesucht. Ein schönes Stück Musik in gewohnt schlanker, sicherer und eleganter Manier rübergebracht. ... [mehr]
Westfälische Nachrichetn, 22.12.2009, Heike Eickhoffs

Leuchtend wie ein Fixstern

21.11.2009, Liebfrauen-Überwasserkirche, Münster
Münster - Kreutz-Chor besang den Glauben Nirgends scheint der Glaube besser aufgehoben als in der Musik. Dort verwandelt sich noch der leiseste Zweifel in aufklärerische Qualität. Der Kammerchor Münster unter seinem langjährigen Leiter Herman Kreutz bot am Samstag in der Überwasserkirche ein Programm, das dem Glaubensklima vom Dreißigjährien Krieg bis zur Moderne folgte. ... [mehr]
Münstersche Zeitung 23.11.2009, Günter Moseler

Chorklang mit Seele

22.11.2009, St.-Clemens-Kirche, Rheda-Wiedenbrück
Rheda-Wiedenbrück - Ein sinnfällig zusammengstelltes Programm und sorgfältige Vorbereitung sind Kennzeichen eines jeden guten Chores. Kommt dazu noch jener nicht zu kalkulierende Moment der Inspiration, dann kann es gut sein einem Konzert des Kammerchores Münster gelauscht zu haben. Unter der Leitung seines Gründers Hermann Kreutz singt diese Ensemble seit 35 Jahren anspruchsvolle Werke der Musica sacra. ... [mehr]
Die Glocke, Neue Westfälische 24.11.2009, Matthias Gans

Sanfter Jubel und innere Freude

28.06.2009, Erphokirche,Münster
Chorbild Münster - Im Juli reist er wieder nach Polen, als musikalischer Botschafter - zum zweiten Mal in diesem Jahr. Doch zuvor präsentierte sich der Kammerchor Münster unter der Leitung von Hermann Kreutz am Sonntagabend noch einmal dem Publikum in der Erphokirche. Das dankte den über 40 Sängerinnen und Sängern, der fantastischen Organistin Christiane Alt-Epping und dem virtuosen jungen Kontrabassisten Matthias Solle am Ende mit stehenden Ovationen. ... [mehr] (PDF-Dokument)




Westfälische Nachrichten, 30.03.2009, Heike Eickhoff

Bach-Kompositionen stehen im Mittelpunkt des Konzerts

27.06.2009, Laurentiuskirche, Warendorf
Warendorf "Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu meine Freude": In ergreifender Innigkeit erklang der Schlusssatz aus Johann Sebastian Bachs Motette BWV 227, mit der der Kammerchor Münster am Samstagabend in der Pfarrkirche St. Laurentius sein anspruchsvolles Progarmm geistlicher Chormusik beendete. ... [mehr]
Die Glocke, 30.06.2009, Dr. Ulrich Gehre

Niemand ist allein auf der Welt

28.03.2009, Erphokirche,Münster
Die Passions- oder Fastenzeit geht im hektischen Alltag oft unter. Der Kammerchor Münster sorgte am Samstagabend in der gut gefüllten Erphokirche für ein innehalten, für ein Bewusstwerden der besinnlichen Stimmung in der vorösterlichen Zeit. Gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester Koszalin aus Polen führte er die Johannespassion ... [mehr] (PDF-Dokument)
Münstersche Zeitung, 31.03.2009, Peter Sauer

Volkes Zorn und trauernde Gemeinde

28.03.2009, Erphokirche,Münster
Kammerchor Münster mit erstklassiger Deutung von Bachs Johannespassion Schlichtweg erstklassig interpretierte der Kammerchor Münster Bachs Johannespassion am Samstagabend in der Erphokirche. Hermann Kreutz, der Leiter des engagierten Chores, wählte fließende Tempi und ließ die Spannung der großartigen Musik ... [mehr] (PDF-Dokument)
Westfälische Nachrichten, 30.03.2009, Heike Eickhoff

2008

Verkünder froher Botschaft: Weihnachtsoratorium mit Hermann Kreutz

28.12.2008, Erphokirche,Münster
Münster -
Zu Weihnachten in Münster gehört er wie Weihnachtsbaum, Geschenke, Weihnachtsmarkt und Einkaufsstress: der Konzertbesuch im Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Wer sich die Vorfreude bis nach den Feiertagen bewahrte, konnte sich in der Erphokirche von Hermann Kreutz’ Lesart der barocken Weihnachtsgeschichte beglücken lassen. Denn das war der Sonntagabend: rundum perfekt. Nahezu jedenfalls. ... Den vollständigen Artikel finden Sie hier
Münstersche Zeitung, 29.12.2008, Dirk Jaehner

Zwei Chöre für den einen Schönklang

Chorbild Münster - Die kurze Zeit zwischen den Jahren: Die Weihnachtsgeschenke sind ausgepackt, der Braten verspeist, der Stress verflogen. Man kann innehalten - und sich nochmals auf die frohe Weihnachtsbotschaft einlassen, wie Johann Sebastian Bach sie in Töne setzte. Dazu waren viele gestimmt, das zeigte die berstend volle Erphokirche am Sonntagabend. Allen voran Chorleiter Hermann Kreutz selber, der das Weihnachtsoratorium (Kantaten I-III) als besinnliche Erzählung anlegte, als ruhigen Kontrapunkt zum oft so hektischen Advent.
Also kein pompöses "Jauchzet, frohlocket!", das die Kunde von Jesu Geburt mit Pauken und Trompeten in die Welt hinaus schmettert. Kreutz führt seine zwei Chöre, den Kammerchor Münster und den Kammerchor der Volkshochschule, meist an der kurzen Leine, wacht über den Schönklang und versagt sich dynamische Ausbrüche, die diesen gefährden könnten. Davon profitieren stets die Choräle, die sich erhaben und wunderbar schlicht im Kirchenraum entfalten: "Wie soll ich dich empfangen" verfehlte seine innige Wirkung nicht. Schön.
Doch ist diese Lesart zu konsequent durchgehalten, so dass Kreutz milder Kerzenschimmer kaum einmal auflodert. Die Hirtenmusik fließt dem „Orchester con variatione“ denn auch mehr behäbig als idyllisch aus den Bögen. Und wenn Bach mächtig auf die Pauke haut, darfs ein Temperaments-Bolzen wie Ralf Bachmann mit seinen Schlägeln noch lange nicht.
Zwei brechen aus dem meditativen Mezzoforte aus: Trompeter Gerd Radeke, der sich keineswegs als Begleiter sieht, als die große Bass-Arie „Großer Herr und starker König“ erklingt. So frisch und humorig Sebastian Noack auch singt - das Stück gehört der Trompete.
Fast wie ein Trompeter zeigt sich auch der Tenor Andreas Post als Evangelist. Mühelos füllt seine klare Stimme den Raum. Mag sein Gesang auch eine Spur zu keck daherkommen („Frohe Hirten, eilt, ach eilet“) - dem Ohr ist das höchst willkommen. Monika Eders Sopran klingt fragil, aber schwelgerisch. Und Altistin Annekathrin Laabs widersteht mit noblem Vortrag der Versuchung, ihr Glanzstück „Schlafe, mein Liebster“ zu verzuckern.
Das Publikum zollte den Interpreten langen, respektvollen Beifall, insbesondere dem 77-jährigen Hermann Kreutz. Dieser erfahrene Musiker weiß einfach, wie man sakrale Stimmung evoziert und lange Chorbögen innig phrasiert. Das bewies der Schlusschoral an diesem Abend aufs Schönste.
Westfälische Nachrichten, 29.12.2008, Arndt Zinkant

Eine Antenne für die Gestaltung eines jeden Tones

23.11.2008, St.-Clemenskirche, Rheda - Wiedenbrück
Rheda - Wiedenbrück Kammerchor Münster trägt das Meier-Requiem bewegend in St. Clemens vor. Der Totensonntag lädt zum Innehalten ein; dazu das auf Erden vergängliche Leben zu bedenken, sich die Auferstehungszuversicht bewusst zu machen: All dies vermögen nicht nur Verdi , und Fauret in ihren großen Totenmessen. Auch Erwin E. W. Meier, 1937 geboren und 2007 gestorben, hat sich mit Hilfe von Tönen zu Tod und Ewigkeit, zu Verderben und Erlösung geäußert und ein Requiem geschaffen, das in der St.-Clemenskirche adäquate Sachwalter fand.
Zu Gast war der Kammerchor Münster mit seinem Leiter Hermann Kreutz. Sein Name steht für kompromisslos reine Stimmkultur. So darf man bei der Umsetzung der Totenmesse für vier- bis sechsstimmigen. Chor; Sopransolo, Oboe und Orgel von einem nachhaltigen, beglückenden Erlebnis sprechen.
In "Introitus", "Kyrie", "Domine, Jesu Christe", Sanctus, "Pie Jesu", Agnus Dei, "Luxaeterna", "Libera me" und "In paradisum" verwebt Meier seine Musik mit Anklängen an Musikgrößen wie Fauré, Pepping, Distler und Duruflé. Mithin hört das Auditorium kantig anmutende Quart,- und Quintklänge ebenso wie traditionelle Harmonien.
Die Dramaturgie verzeichnet spannungsgeladene, wuchtige Momente, etwa den auf gewühlten Chor im "Libera me", im "Dies illa, dies irae" (Tag des Zorns) ebenso wie anmutige, überirdische, gleichsam himmlische Momente, etwa die flehentliche Bitte im "Kyrie eleison" (Herr, erbarme dich) oder das "Lux aeterna", in dem sich über funkelnden Zimbel- und Aliquottönen der Solosopran und die Oboe dialogisch begegnen.
Die Mitglieder des Chores geben sich stimmlich sehr wendig und durchsichtig, haben eine Antenne für die Gestaltung eines jeden Tons. Selbiges gilt für Monika Eder. Die Sopranistin ist eine Glücksfall, besticht durch ein schlankes Timbre und eine selbst in dramatischen Momenten wohltuend schlichte, ungekünstelte Gestaltung.
Ideal ergänzt wird sie durch Jörg-Peter Mittmann an der Oboe, der bezaubernd sensibel aus dem Nichts heraus erscheint und angemessen dezent Präsenz zeigt. Instrumentales Rückgrat ist Christiane Alt - Epping an der Orgel, die in Jehan Alains "Litanies" dramatische Momente schafft und solistisch in Peter Planyavskys "Perpetuum mobile" aus simplen Tonrepetitionen ein bewegtes Gebilde schafft, das im pianissimo als schlichter Einzelton endet.
Was wäre die Darbietung indes ohne Hermann Kreutz. Geschickt hat er dem Meier-Requiem einen (beinahe im Volkston gehalten) a - cappella - Trauermarsch für vierstimmig gemischten Chor von Jozef Swider gegenüber gestellt. Eine bewegende Gesamtleistung.
Neue Westfälische, 25.11.2008, Hubertus Ebbesmeyer
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Triumph für Kammerchor und Hermann Kreutz

21.11.2008, Apostelkirche, Münster
Münster In Münsters Apostelkirche hatten eher unbekannten Werke ihren großen Auftritt. Der Kammerchor und sein Dirigent Hermann Kreutz holten sie aus ihrem Schattendasein.
Die meiste Musik bleibt ungehört, die meisten Bilder ungesehen, die meisten Bücher ungelesen. Jenseits der berühmten Werke ist in der Welt für die Kunst ohne Adelsprädikat kein Platz. Gerade die Musik scheint mit den Schaffensstunden ihres Schöpfers oft bereits verspielt zu haben. Der Kammerchor Münster unter seinem Dirigenten Hermann Kreutz entriss jedoch in der Apostelkirche mit makelloser Interpretation solche Werke dem unerhörten Dunkel des Schweigens.
Das Unhörbare Jehan Alains Litanies erhielt durch Christiane Alt-Eppings vielfarbige Registrierung prägnante Kontur, in der sich scharf wehende Dissonanzen und harmonische Überblendungen spiegelten. Peter Playavskys Perpetuum mobile schickte Einzeltöne wie erwachende Vogelstimmen in den Kirchenraum, bevor der Orgelsatz deren flackernde Intensität wieder ausdünnte, die Töne verloren sich ins Unhörbare wie Spuren im Sand.
Im Requiem von Erwin E. W. Meier (1937 - 2007) für Sopransolo, Chor, Oboe und Orgel scheint eine ernüchterte Begeisterung über Auferstehungsgewissheiten sich Jubelatmosphären zu ersparen. Der Introitus klang hell und zart, während Tonalität sich ungefährdet durch Tonika und Dominanten schlängelte und Jörg-Peter Mittmann auf der Oboe expressive Seufzermotive auf melodische Hochbögen platzierte.
Klangschönes Vibrato Monika Eders Sopran erwies sich hier mit strahlkräftigem, klangschönem Vibrato als i deales Instrument für einen Solopart, der sich in den dramatischen wie lyrischen Passagen bis in frostige Höhen schraubte. Während die Oboe einen kunstvollen Kontrapunkt spann, überflügelte der Sopran mit theatralischer Verve alle düster beschworenen Gefahren der „Unterwelt“, oder ließ die Stimme des Individuums inmitten chorischer Vereinnahmung selbstbewusst auferstehen. In allen Sätzen bewies der Chor tadellose Intonation, kontrollierte Rhythmik und Feingespür für suggestive Gestik der Musik. Der Schluss-Choral klang wie ein unverhoffter Lichtstrahl inmitten zaghafter, ungewisser Wunschlandschaften. Ein entschiedener Triumph des Dirigenten Hermann Kreutz!
Münstersche Zeitung, 23.11.2008, Günter Moseler 
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Wo Kodály und Fauré durchschimmern

21.11.2008, Apostelkirche, Münster
Münster In memoriam Maurice Duruflé steht über dem letzten Satz des Requiems, das der Detmolder Komponist Erwin E. W. Meier 1991 vollendet hat: Duruflé als verehrter Meister, als Vorbild für die eigene Musik, die jener Duruflés ähnelt, stellenweise bis hinein in die Textdeklamation. Dann gibt es Stellen wie im Kyrie, die nach Rheinberger klingen, im Libera me schimmert Zoltán Kodály durch, bei manchen Sequenzen hat ganz klar Gabriel Faurés Requiem Pate gestanden.
Ein bizarres Puzzle unterschiedlichster Traditionen also – aber eines, mit dem der Kammerchor Münster und sein unermüdlicher Dirigent Hermann Kreutz all seine sängerischen Qualitäten mobilisieren konnte. Erwin Meiers Totenmesse stieß in der Apostelkirche auf offene Ohren, denen das Hören eben wegen der deutlichen Anklänge an, Vorhandenes leicht gemacht wurde.
Meiers Idee, einer Oboe immer wieder spannungsvolle Dialoge mit Orgel, Chor und Solo-Sopran anzuvertrauen, gab dem ganzen Stück besonderen Reiz. So bekam das Agnus Dei etwas eigentümlich Schwebendes, ausgezeichnet umgesetzt von Jörg-Peter Mittmann. Sopranistin Monika Eder neigte von Beginn an im Christe zu einem harten Ton, wurde metallisch scharf, wo sie doch eigentlich das „Ewige Licht“ hatte leuchten lassen sollen. Gewöhnungsbedürftig auch ihr weit schwingendes Vibrato.
Fabelhaftes vollbrachte Christiane Alt-Epping an der Orgel. Sie behielt großen Überblick über alles, was Chor und Solisten gerade taten und lieferte den unverrückbaren Grundpfeiler für das musikalische Geschehen. Jehan Alains Litanies“ und Peter Planyavskys Perpetuum mobile“ fügten sich als Orgel-Soli gut in den Kontext des Abends.
Doch was passt zu einem Meier-Requiem? Noch ein Requiem! Aber ein kurzes. Und ein höchst ungewöhnliches noch dazu. Denn was Józef Swider da aufs Papier gebracht hat, ist nichts anderes als ein Trauermarsch, wie man ihn sich von einem Orchester vorstellt. Mit rasselnden Trommeln und Klarinetten, die schluchzende Melismen spielen. Das alles macht bei Swider der Chor auf Text. Für Hermann Kreutz und seine in allen Musikstilen geschulten Chorsängerinnen und -sänger kein Problem.
Groß war der Applaus für einen atmosphärisch dichten November-Abend.
Westfälische Nachrichten, 23.11.2008, Thomas Hilgemeier
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Akribisch einstudiert, perfekt ausgeführt

21.6.2008,  Abteikirche Marienfeld, Harsewinkel-Marienfeld
Marienfeld ... In der "Geistlichen Chormusik" in der Abteikirche in Marienfeld wusste dieser Chor erneut unter seinem charismatischen Leiter Hermann Kreutz Anspruch und Wirklichkeit in völliger Kongruenz zu bringen. Dafür garantieren die akribische Einstudierung ebenso wie die perfekte Ausführung. Einfühlsam begleiteten Antje Plieg-Oemig, Violone, und Christoph Grohmann, Orgelpositiv. Auch in diesem Jahr wird der Kammerchor mit dem in Marienfeld vorgestellten Programm in fünf polnischen Städten gastieren. Deshalb verneigte sich der Chor zu Beginn mit dem Hymnus "Gaude Mater Polonia - Freue dich, Mutter Polen" und "Verkünde des höchsten Königs Wundertagen in nimmermüdem Lob" - der Leitgedanke des Konzertes.
Mit gut 50 Sängern verfügte der Chor über ein opulentes Stimmenpotenzial. Damit konnte Kreutz achtstimmige oder doppelchörige Werke interpretieren. Am Anfang stand "Lobe den Herrn, meine Seele" von Heinrich Schütz (SWV 39). In diesem Satz für zwei vierstimmige Chöre machte der Chor die für Schütz charakteristische Sinnauslegung der Texte deutlich. Nicht weniger sinnfällig ausgedeutet wurden zwei Motetten aus dem Passionsoratorium "Das Sühneopfer des neuen Bundes" von Carl Loewe.
Der Verband polnische Chöre und Orchester verlieh dem Kammerchor 2007 einen Preis für die beste Interpretation der Chorwerke des polnischen Komponisten Joséf Swider. Dessen als Trauermarsch gedeutetes "Requiem aeternam" zeigte bei der Gestaltung dieses kompakten Chorwerks die Leistungsvielfalt und Wandlungsfähigkeit des Chors, die er fortspann in Max Regers "Der Mensch lebt und besteht nur eine kleine Zeit" aus op. 138,1. Hier sei beispielhaft erwähnt wie Kreutz bei zurückgenommener Dynamik einen Chorklang von satter Fülle und Homogenität erzeugt.
Mit Heinrich Scheidemanns Toccata in G und Felix Mendelssohn-Bartholdys Präludium und Fuge in c-Moll, op. 371, rundete Grohmann die Blöcke stilgerecht an der großen Orgel ab, ehe er mit Praeludium und Fuge in C-Dur /BWV 547) von Johann Sebastian Bach zum gewaltigen Finale überleitete: "Singet dem Herrn ein neues Lied" (BWV 225). In Achtstimmigkeit und als Doppelchor bahnte sich die freudige Stimmung dieser Motette ihren Weg. Viele Besucher ließen noch lange nach dem Ende des Konzerts ihre Eindrücke im Kirchenraum ausschwingen.
Die Glocke, 25.06.2008, Bernd Heumüller
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Konzert: Kammerchor glänzt in Erphokirche

22.6.2008, Erphokirche , Münster
Münster Es ist ein Kennzeichen des Kammerchors Münster, Musik jenseits aller populären Kompromisse zu studieren. Hermann Kreutz ist zudem ein Leiter, der Ernsthaftigkeit in den Mittelpunkt seiner interpretatorischen Ziele stellt. Am Sonntag war ein solches integres Konzert in der Erphokirche zuhören, das gläubige Musik ohne (klein-)krämerischen Tonfall präsentierte.
Der  einleitende Hymnus "Gaude Mater Polonia" wies den konzertanten Weg zwischen Glaubens- und Kunstfreiheit. Heinrich Schütz' Motette "Lobe den Herrn, meine Seele" aus den "PsaImen Davids" wurde in ihren schwungvollen Partien vom Chor auch in den Höhen schwerelos ausgeführt. Die Stimmführungen öffneten sich in dieser Musik wie Flügeltüren des Herzens.
Die "Toccata in G" von Heinrich Scheidemann verschmäht jeden Pomp. Christoph Grohmann glitt leicht über zarte Skalen. Zwei Motetten des Balladenweltmeisters Carl Loewe zeigten geheimnisvolle Schönheiten melodischer Unmittelbarkeit, die der Chor mit tadelloser Intonation und üppigem Klang realisierte. Danach gemahnte Felix Mendelssohn-Bartholdys klassisch gezähmtes "Präludium und Fuge" in c-moll op.  37 Nr.  1 an beherrschtes Unheilsraunen, dessen Pathos der Organist durch minimale Registerwechsel diskret ausspielte. Glockenecho Das "Requiem aeternam" von Joséf Swider deutete den lateinischen Text im rhythmischen Marschtempo.  Basstöne des Chores pendelten wie entfernte Glockenechos durch die übrigen Stimmen. Max Regers "Der Mensch lebt und bestehet nur eine kleine Zeit" geht schlicht, ohne falsche Fährten ins chromatische Niemandsland, die beschränkten Aussichten menschlichen Daseins anvisierend. Der Chor beendete mit der Bach-Motette "Singet dem Herrn ein neues Lied" glanzvoll das Konzert:  In Kreutz' bewegender Interpretation strahlte die Musik wie ein glückliches Kind. 
Münstersche Zeitung, 24.06.2008,Günter Moseler
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Kammerchor brilliert in Laurentiuskirche

2.März 2008, Laurentiuskirche , Warendorf
Warendorf Besondere Spuren hinterlässt sie im Alltagsgetriebe nicht, die Passions- oder Fastenzeit. Wer ein wenig gegen den Strom schwimmen will und darüber hinaus vielleicht auch noch ein besonderes musikalisches Erlebnis sucht, der hatte am späten Sonntagnachmittag in der Pfarrkirche St. Laurentius eine besondere Gelegenheit. Erfreulich viele Menschen nutzten sie und fanden sich zur Vespermusik mit dem Kammerchor Münster dort ein.
Doch noch vor ihm hatte kurz die Königin der Instrumente das erste Wort, Orgelmusik von Max Reger (1873-1916). Christiane Alt-Epping hatte sich zunächst "Introduktion und Passacaglia in d-Moll" ausgesucht, ein dankbares Stück, das mit volltöniger Einleitung das Thema der "Passacaglia" gleichsam aus dem Nichts entstehen lässt und sich immer wieder schöpferisch vom alten Thomaskantor inspirieren lässt. In lichtere, beinahe romantische Gefilde entführte dann Regers "Benedictus".
Hauptwerk war aber ohne Zweifel Hugo Distlers Choralpassion für fünfstimmigen gemischten Chor a cappella und Solisten aus dem Jahr 1932. Hermann Kreutz als Dirigent wusste wohl, was er seinem Chor abverlangen durfte.
Es waren nicht nur die glockenhelle Soprane, die da mehr als einmal glänzten. Sein Ensemble genügte hohen Ansprüchen, hatte ein musikalisches Verständnis entwickelt, das es in den Dienst eines Werkes stellte, das nicht vordergründig "schöne" Musik ist. Distler kennt und liebt historische Vorbilder, insbesondere Heinrich Schütz. Er begegnet ihnen aber auf gleicher Augenhöhe, und das bedeutet Durchdringung, nicht Nachahmung, gewissermaßen eine produktive Überwindung des "Historismus".
Strophen aus verschiedenen altlutherischen Passionschorälen bilden das Gerippe, trotz aller musikalischer Zitate aber doch sehr frei gestaltet. Meditative, betrachtende Musik gibt es nicht. Es spricht allein der (gekürzte) Bibeltext.
Zwangsläufig vertritt der Chor damit die "Turba", die jüdische Volksmenge. Breit angelegte Vertonungen gibt es nicht. Umso erstaunlicher waren die dramatischen Bewegungen, die sich in knapper Diktion entfalteten. Man denke nur an das erregte "Wir dürfen niemand töten" oder das düstere "Sein Blut komme über uns und unsere Kinder".
In die Rolle des Evangelisten schlüpfte der Tenor Nils Giebelhausen. Weitgehend sang er, hell und geschmeidig, im Rezitationston, ohne Wortwiederholungen. Das aber schloss meisterhafte, unaufdringliche Textausdeutung nicht aus, etwa im "Allda kreuzigten sie ihn".
Einen eher "patriarchalischen" Akzent setzte der Bariton Stefan Adam als Jesus. Aber auch er hatte weitaus mehr als Volumen zu bieten, etwa in der Psalmklage der Sterbestunde: "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
Nicht ganz so viel übrig blieb für den Bass Gerrit Miehlke, der neben Judas und dem Schächer vor allem den Landpfleger Pilatus vertrat. Diese Rolle nutzte er und konnte mehr als einmal auch dramatische Akzente setzen. Dieser anspruchsvollen Gesamtleistung versagte das Auditorium die verdiente Anerkennung. Es war ein meisterhaftes Konzert und für viele Hörer darüber hinaus sicherlich auch ein Schritt auf Ostern zu.
Die Glocke, 04.03.2008, Dr. Ekkehard Gühne
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Todernst in der Tiefe wühlen

1. März 2008, Liebfrauen-Überwasserkirche
Ergreifend: Kammerchor Münster singt Hugo Distler
Münster
Ein Trauerflor, beinahe in jedem Takt - diese Musik ist karg, berührend und todernst. So wie der, der sie schrieb: Hugo Distler. Seine Choralpassion knüpft faszinierend an die A-cappella-Tradition eines Heinrich Schütz an, und sie ist im Ausdruck schwer. Wo die Stimmen alle Last allein tragen und der Melodik feinste Nuancen abgewinnen müssen, braucht es einen Chor von Format. Einen wie den Kammerchor Münster, der das Werk unter seinem Leiter Hermann Kreutz in der Überwasserkirche so sang, wie es sein muss - als tief empfundene Bekenntnismusik.
Der Komponist mildert musikalisch das Grauen des Passionsgeschehen, indem er mit wiederkehrenden Choralstrophen ein lyrisches Gegengewicht setzt: Variationen über die Weise "Jesu deine Passion". Die Schlichtheit des Ausdrucks, meditative Trauer und Transparenz des Klanges werden von Kreutz und seinen Sängern wunderbar getroffen.
Zudem ist Distlers fünfstimmige Polyphonie hier nie so labyrinthisch gebaut, dass der Kammerchor mit dem Kirchenhall zu kämpfen hätte. Im Gegenteil: die Akustik wird zum Ausdrucksmittel - nicht nur, wenn Kaiphas und Pilatus über Jesus zu Gericht sitzen und vor allem die Soprane sich als Volkes stimme ereifern. ("Bist du Christus, sage es uns!") Doch selbst in solchen Passagen wird die Dynamik nicht ins extrem getrieben, und Distler bleibt auch dem lyrischen Duktus der Choralstrophen fast bruchlos treu. Scharfe Kontraste sind seine Sache nicht.
&xnbsp; Dass der Spannungsfaden dennoch nie reißt, obliegt vor allem dem Evangelisten. Tenor Nils Giebelhausen wirft sich mit Emhase in den erzählenden Part und kann auf seine Erfahrung in punkto Alte Musik sicher bauen. Gerrit Miehlke weiß viel Schwärze aus seinem charaktervollen Bass zu holen, sei es als Judas oder als Pilatus ("Bist du der Judenkönig?"). Bariton Stefan Adam schließlich verleiht Jesus seine ungeheuer kraftvolle Stimme, und das ohne jede Spur von Opfer-Attitüde. "Mein Gott, warum hast du mich verlasse?", tönt es wie Donnerhall im Kirchenraum. Ähnlich dräuend, wie Christiane Alt-Eppings prägnantes Orgelspiel den Abend eröffnet hatte - mit "Introitus und Passacaglia d-moll" von Max Reger, einem Meister, der nicht minder todernst in den Tiefen wühlte.
Westfälische Nachrichten, 03.03.2008 Arndt Zinkant
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2007

Viel Beifall für Bruckner

25. November 2007, St.-Clemens-Kirche, Rheda-Wiedenbrück
Rheda-Wiedenbrück - Zunächst befremdete den Zuhörer in St. Clemens an einem Totensonntag die für Brahms ungewöhnlich heitere Choralbearbeitung für Orgel "Herzlich tut mich erfreuen die schöne Sommerzeit". Doch der Dichter Johann Walter (1552) hatte die Sommerzeit als Synonym für Ewigkeit gedacht. Diese steht für das Ende von Leid, Schmerz und Tod und den Beginn einer paradiesischen Zeit. So war nur das Orgelprogramm mit Mendelssohn-Bartholdys (1809-1847) Präludium und Fuge in d-Moll (Op.37,3) und den Choralbearbeitungen von Brahms (1833-1897) die instrumentale Korrektur das Begriffs zum bewegenderen Ewigkeitssonntag.
Erschütternde und aufwühlende Brahmsmotette - Wie meisterhaft gestaltete Harald Gokus mit schlichtesten Registrierungen den herben Mendelssohn und die fast doppelchörig angelegten dichten Sätze von Brahms. - Geradezu erschütternd und aufwühlend war die dem düsteren d-Moll der Orgelfuge folgende Brahms-Motette für vier - bis sechsstimmigen Chor a cappella "Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen" (Op. 74,1). Allerdings bedurfte es eines Meisters , diese Musik auch so zu gestalten, dass aus der Düsternis Hiobs sich "unser Herz samt den Händen aufheben zu Gott im Himmel". Das kann glaubhaft ein Hermann Kreutz - der Kirchenmusikdirektor und ehemalige Leiter des Bachchores Gütersloh.
Anton Bruckners (1824-1897) Messe in e-Moll für achtstimmigen Chor und Bläser bildete den Höhepunkt der geistlichen Musik. Dabei hat schon die lateinische Sprache etwas archaisch Erhabenes. Diese Erhabenheit stützt sich auf eine besondere Klangstruktur: gregorianisch-psalmodische Einstimmigkeit - streng polyphone Sätze - homophone, von romantisch flächenhafter Harmonik geprägte Partien. Den Bläsern der Oper Münster, sattes Blech plus das gesamte Holz, stand ein etwa 50-köpfiger Chor gegenüber. Welch eine Wucht entwickelte das Tutti von Chor und Instrumenten, wenn Kreutz die Steigerung forderte. Wahrlich kein trister Sonntag - Welch klare Zartheit leuchtete aber auch noch im Pianissimo. Welch Extreme hatte der Chor zu bewältigen: vom hohen Fortissimo -b und -as der Soprane bis zum satten, warmen piano-Es der Bässe beim "et homo factus est".
Insgesamt war dieses Sonderkonzert wahrlich kein trister Sonntag für Tote, sondern eine ergreifende musikalische Feier trostreicher Ewigkeitshoffnung. Stehend würdigten Hunderte Zuhörer - das Mittelschiff war gänzlich gefüllt - die Leistung der Instrumentalisten, des Kammerchores Münster und des 76-jährigen Hermann Kreutz.
Neue Westfälische, 28.11.2007, Berthold Böttcher
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Bruckner unter Dampf

24. November 2007, Erphokirche, Münster
Kammerchor Münster begeistert auch mit pompösen Klängen - Anton Bruckners e-Moll-Messe für achtstimmigen gemischten Chor und Bläser ist nicht ganz so eingängig wie andere Chorwerke des Komponisten. Die exzentrische Mischung aus leisen polyphonen Sphärenklängen und dynamischen Ausbrüchen ist wohl der Grund, warum dieses Werk selten aufgeführt wird.
Der experimentierfreudige Kammerchor Münster mit seinem Leiter Hermann Kreutz nahm sich am Samstag in der Erphokirche dennoch selbstbewusst dieser Aufgabe an. Und das zur Abwechslung mit instrumentaler Verstärkung, die in diesem Fall aus den Reihen der städtischen Bühnen kam.
Gute Herren - Nach sehr gelungener Einleitung durch die Orgelauftritte von Harald Gokus und die Brahmsmotette "Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen" (hier noch a-cappella) waren es dann die wenigen melodisch bemerkenswerten Szenen Bruckners, die wirklich begeisterten. Und wie es sich für den Kammerchor gehört, natürlich ab der ersten Note. Wie schon das anfängliche "Warum" im Brahms kam das Kyrie Bruckners wunderbar fließend mit viel Sanftmut. Das setzte sich fort, auch wenn in manchen Passagen die Männerstimmen in Sachen Intonation und Einsatzwillen am Samstag ihren Kolleginnen den Rang abliefen.
Solche Details spielten später allerdings kaum noch eine Rolle, als man in der Vertonung des Jüngsten Gerichts mit einem gewaltigen "Judicare"-Thema die gemeinsame Stärke demonstrierte. Ab hier war richtig Dampf hinter der Musik, und je mehr die Sänger das feine Piano verlassen durften (eigentlich eine große Stärke des Chores), umso bemerkenswerter wurden sowohl Interpretation als auch die Umsetzung. Und so erntete der Chor auch auf diesem ungewohnten Terrain die üblichen stehenden Ovationen.
Münstersche Zeitung, 26.11.2007, Stefan Jahnke
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Wie das Farbenspiel alter Kirchenfenster

25. November 2007, Erphokirche, Münster
Kammerchor brilliert mit Bruckner in der Erphokirche - Wenn Bruckner, Architekt gotischer Klangkathedralen, seine ersten Kyrie-Töne wie Bausteine schichtet, ist Hermann Kreutz, der Klangmagier, in seinem Element. Dann oszilliert es geheimnisvoll aus jeder archaischen Zeile dieses dissonanten A-cappella-Beginns, und der Kammerchor baut eine Spannung auf, wie sie mystischer kaum tönen kann - ebenso weltentrückt wie das unheimliche "Warum"-Diminuendo der Brahms-Motette "Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen", das Kreutz zur großen Bekenntnismusik formte.
&xnbsp; Wie der kleine Kammerchor zu Beginn von Bruckners e-Moll-Messe den gregorianischen Geist heraufbeschwört, das erinnert schon sehr an das hell-dunkle Farbenspiel mittelalterlicher Kirchenfenster. Bis zum glänzenden H-Dur-Höhepunkt, der aufleuchtet wie eine gotische Rosette. Und das ganz ohne einen solch opulenten Klangkörper, wie er einst im Jahre 1869 zur Einweihung einer Votivkapelle am Linzer Mariendom erklang.
"Sie hab'n 's net mög'n, weil's ihna z' schwer war", soll der von vielen zähen Proben erschöpfte Bruckner schließlich gestöhnt haben. Keine Spur von Erschöpfung dagegen beim Kammerchor, der in der Erpho-Kirche Bruckners spätes Bekenntnis zur Chorpolyphonie der Renaissancemeister derart sinnfällig machte, dass das Moderne hinter dieser asketischen Form umso deutlicher wurde.
Von wegen opulente Kathedralenmusik! All jenen, die Bruckner mit pompösen Klangarchitekturen verbinden, wird beim Kammerchor Münster ein Damaskus-Erlebnis zuteil: Da erklingt diese außergewöhnliche, für acht-stimmigen Chor und 15 obligate Bläser gesetzte Messe plötzlich als intime Kammermusik. Kreutz und seinen Sängern gelingt etwas vom Höchsten: sie singen nach innen, fast somnambul. Überweltliche Ruhe kommt da zu Gehör.
Die "Generalbass-Gruppe" der Bläser aus dem Städtischen Sinfonieorchester nimmt ihre dienende Funktion diskret und selbstbewusst war - und endlich hören wir Tempi, die nicht so sehr dem Buchstaben der Notenschrift folgen als vielmehr Bruckners Geist: breite, niemals schleppende Tempi, im permanenten Sostenuto, mit Gravitas und Grandezza, trotzdem nicht statisch, Largo und Andante zugleich.
Gemeinsam kultivieren die Akteure einen in himmlische Längen gedehnten Gloria-Ausklang, der auch nach seinem Verstummen noch lange nachklingt, machen die diatonisch aufgetürmten Dissonanzen zur großflächigen Zerreißprobe, das komplexe Sanctus-Geflecht zur romantisch gesteigerten Palestrina-Studie, nicht ohne zuvor mit dem "Et resurrexit" eine beeindruckende Himmelfahrt hinzulegen. Erst nach seliger Ergriffenheit über den abschließenden "Dona nobis pacem"-Frieden brandete der Beifall. Mehr als verdient.
Westfälische Nachrichten, 26.11.2007, Markus Küpe
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Glaube ohne Zweifel

17. Juni 2007, Antoniuskirche, Münster
Hermann Kreutz und sein Kammerchor Münster führten in der Antoniuskirche ein Programm auf, das keinerlei Konzessionen an gefällige Kirchenmusik machte.
Nach dem patriotischen "Gaude Mater Polonia" eines Anonymus aus dem 18. Jahrhundert folgten zwei Stücke von Heinrich Schütz. Im "Das ist je gewisslich wahr" aus der "Geistlichen Chormusik" trat jede Stimmlage klar hervor. Das die Dissonanzen und das herbe dieser Musik in eine versöhnlichen Schlussakkord münden, erschien als logische interpretatorische Konsequenz.
Schwebender Klang - Der schwebende Klang blieb auch in der "Missa brevis" von Felix Mendelssohn-Bartholdy prägend. Die ins Liedhaft abgemilderte Strenge artikulierte der Chor mit unaufgeregter, leichter Tongebung. In den hauchdünnen Lüften der hohen Lagen gelang den Sopranen das ansatzlose Piano tadellos.
Bei Anton Bruckners "Gradualen" glich Kreutz einem Marionettenspieler, der für jede Stimme die Fäden zog, und gleichzeitig einem Bildhauer, der mit den Fingern feinste Klänge modelliert. Bruckners Gesänge strahlten unerschütterliche Glaubenskraft aus, für jeden Zweifel unerreichbar. Ein grandioser Abend.
Münstersche Zeitung, 20.06.2007, Günter Moseler
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Wenn selbst das Tristeste spannend klingt

24. März 2007, Liebfrauen-Überwasser-Kirche, Münster
Kammerchor von Hermann Kreutz kochte auf kleiner Flamme - und überraschte Wie spannend selbst das Tristeste klingen kann, wenn ein Klangkörper wie der Kammerchor sich seiner annimmt, ist immer wieder verblüffend. Daran kann nicht einmal ein Johannes Driessler etwas ändern. Dessen Passionsgeschichte ist nämlich alles andere als spannend. Seltsam einförmig schwummern ihre archaischen Bibelworte vor sich hin. Bis die Büßerbank ihrem Namen alle Ehre macht.
Weil sie aber so vorzüglich gesungen sind , verzeiht man Hermann Kreutz selbst diesen Versuch einer Ehrenrettung gern. Auch wenn das fünfstimmig aufgefächerte Ende im Bild der Passionszeit bleibend, als lang ersehnte Erlösung kam. Denn bis Stefan Adam, die mannhafte Stimme des gekreuzigten Erlösers, endlich seine verirrten Schafe findet und das Quodlibet aus Passions-, Oster-, Himmelfahrts- und Pfingstchoral die Motette bieder beschließen darf, sind schon viele zermürbende gregorianische Worte gewechselt. Und das schon in den 50er Jahren unzeitgemäße Opus des Detmolder Komponisten hat längst sein Pulver verschossen. Asche zu Asche, Staub zu Staub.
Dabei kann es so aufregend klingen, wenn Kreutz auf kleiner Flamme kocht, wenn er und sein Chor sich der zu Tode betrübten Seele annehmen und selbst in den größten Schmerz einen Wohlklang legen, der hoffen lässt, der sich wie Balsam über das besungene Elend legt. Kuhnaus "Tristis est anima mea" machte es vor. Casals "O Vos Omnes" führte es fort. Bruckners vier Motetten bekräftigten es einmal mehr. Hier ruht alles in sich. Alles ist ausgewogen. Nichts, so scheint es, bringt diesen Chorklang aus dem Gleichgewicht. Da wackelt nichts und hat trotzdem Luft. Das ist tröstlich. Selbst wenn der lateinische Text einmal wenig Trost verheißt.
Die tönende Stille die Kreutz hier zaubert ist alles andere als trist. Mit langem Atem haucht er diesen Werken Odem ein. Mit einer schlichten Ernsthaftigkeit, die erschütternd ist. Ganz verinnerlicht die Schmerzensschreie des "dolor sicut dolor meus", wie eine milde Umarmung das "Amen" des "Ave Maria".
Und dazwischen keucht schweren, schuldbeladenen Schrittes Duprés "Lamento" die Orgelempore herab, von Ralf Junghöfer in fahle, geschundene Klänge gekleidet.
Soviel passionszeitlicher Erdenschmerz strengt an. Zum Glück mischt sich in die zentnerschweren salomonischen Bibelverse von Brahms "Vier ernste Gesängen" neben der von Adam bedeutungsvoll und bildhaft ausformulierten Todesnähe des kriechenden, resignierten Menschenviehs immer auch die versöhnende, von emphatischen Tönen getragene Apotheose der Liebe. was für ein Lichtblick!
Westfälische Nachrichten, 26.03.2007, Markus Küper
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Der letzte Wonneschauer der Weihnacht

7. Januar 2007, Liebfrauen-Überwasser-Kirche, Münster
Konzert: Kammerchor sang Distler - So manches Kinderglück ist im neuen Jahr besonders schön - dem neuen Kindergeld sei Dank. Und auch dem Kammerchor Münster unter Leitung von Hermann Kreutz konnte man es nicht verdenken, dass er mit seinem rundum gelungenen Konzert zur Geburt Jesu am Sonntag in der Überwasserkirche etwas spät dran war. Allerdings nicht zu spät, denn der Sonntag nach den Heiligen Drei Königen ist tatsächlich der offizielle Schlusspunkt der Weihnachtszeit (nach alter Liturgieordnung war es sogar erst Mariä Lichtmess am 2. Februar).
Hugo Distlers "Weihnachtsgeschichte" op. 10 mit dem gewohnt diszipliniert agierenden und gut aufgelegten Chor war die Wartezeit auf jeden Fall wert.
Zunächst wurde jedoch für die nötige Festtagsstimmung gesorgt: durch Christoph Grohmanns abwechslungsreiches Orgelspiel, vor allem in der deutschen Erstaufführung von Rebecca Groom te Veldes "Variationen über ein Thema von Samuel Scheidt" - und durch die schön ineinander geführten Harmonien in Brahms "O Heiland, reiß die Himmel auf".
Dann legte der Chor mit seinen Solisten Christina Beckmann, Dorothée Burkert, Nils Giebelhausen und Arne Jungekrüger noch einen Gang zu. Schließlich wusste man um die heiklen Passagen, die da kommen sollten Bescheid.
Distlers Chorwerk hat zwischen seinen schwierigen Sopranspitzen und den friedlich fließenden Strophen von "Es ist ein Ros entsprungen" keinen wirklich einheitlichen Stil. Gerade die letztgenannten, harmonischen Passagen wurden jedoch wirklich überzeugend vorgetragen. Und zwischen den prägnanten, beinahe gregorianisch anmutenden Rezitativen funkelten die Engelspartien der beiden Sopranistinnen mit kleinem Vibrato in der Höhe - und sorgten für einen letzten Schauer. Da war die Zugabe vorprogrammiert.
Münstersche Zeitung, 9.1.2007, Stefan Jahnke
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Weltentrückt und engelsgleich

7. Januar 2007, Liebfrauen-Überwasser-Kirche, Münster
Kammerchor Münster singt Distlers Weihnachtsgeschichte - Wer könnte diesen Stimmen schon widerstehen? Maria alias Dorothée Burkert sicher nicht. Denn in deren schlichtem Lobgesang auf dem neunten Psalmton webt sich das flehentliche Gebet der Kammerchores Münster. So weltentrückt und engelsgleich, als töne es bereits aus jener besseren Welt, in die er sich zur dritten Choralstrophe des Weihnachtslides "Es ist ein Ros' entsprungen" so herzzerreißend singt.
Auch wenn solch großartige lyrische Steigerungen in Hugo Distlers "Weihnachtsgeschichte" die Ausnahme bleiben - Ihren ungetrübt poetischen Gehalt trifft der Kammerchor von der einleitenden Spruchmotette bis zur zartmelodischen E - Dur - Apotheose des finalen "Amen". Kein falscher Ton, kein schriller Laut soll diese intime Kammermusik für A - cappella - Chor in der Überwasserkirche stören, die mit ihrer gemäßigt modernen Zusammenklängen doch manchmal sehr viel mehr erreicht als die sprichwörtlichen Pauken und Trompeten.
Leiter Hermann Kreutz weiß: In diesem schlichten Psalmodieren, durch das sich die sieben Strophen des bekannten Weihnachtsliedes wie ein rotes melodisches Band zieht, steht weniger Bach als vielmehr Schütz Pate. Dessen wortgebundene Klangrede fällt Distler so einfühlsam mit neuem Leben, dass sich auch die kleinen Turba - Chöre der Engel, Hirten und Weisen ganz nahtlos in den bukolischen Klang der Weihnachtsgeschichte fügen. Nils Giebelhausen, der auf vokalen Wohllaut setzende "Erzähler", unterstreicht dies eindrucksvoll.
Kreutz weiß aber auch, dass bei so viel Schlichtheit der Teufel allzu gerne im Detail steckt. Also zeigt er mit seinem auf klangliche Ausgewogenheit getrimmten Klangkörper auch, welch diffiziler Meister der barocken Figurenlehre dieser Distler war. Wie ein ewiges Echo deklamiert er Gott zum "Ewigvater", exaltiert rufen die Quarten "Siehet ein Licht, ein großes Licht", und auch die eifrig durcheinanderquasselnden Hirten lassen sich erst durch die akkordische Gewissheit der Worte "und die Geschichte sehen, die da geschehen ist" beruhigen.
So zaubert der Kammerchor immer wieder geheimnisvolle, fast märchenhafte Klangwirkungen, die nur noch von Christina Beckmanns Engelszunge hoch oben von der Orgelempore herab im wahrsten Sinne des Wortes "getoppt" werden.

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2006

Mit Gabrieli abgehoben

19. November 2006, Liebfrauen-Überwasser-Kirche, Münster
Hermann Kreutz und sein Kammerchor in Topform - Für die Kirche ist tonnenweise Musik geschrieben worden, deren Gläubigkeit zunehmend wirkt wie eine chinesische Mauer. Während die Qualität der Musik die Zeiten übersteht, verändert sich doch ihre bekenntnishafte Perspektive. Es war für den "Kammerchor Münster" unter der Leitung von Hermann Kreutz bezeichnend, dass in seinem grandiosen Konzert am Sonntag in der Überwasserkiche diese Abdrift kaum wahrzunehmen war.
Der Chor schwebte nicht - er flog: Bereits in Giovanni Gabrielis Motette "Jubilate Deo omnis terra" waren die Transparenz des Klanges bis in hinterste Kirchenbänke hörbar. Kreutz dirigierte als zeichne er die Klänge an eine große Tafel mit heftig ausschlagenden Haken, Kreisen und erregten Sinuskurven. Im Chor verwandelte sich diese Gestik in ein bis ins Detail ausbalanciertes musikalisches Bild. Für Heinrich Schütz' "Singet dem Herrn ein neues Lied" schien die Wortausdeutung in einem heliumartigen Klang geborgen. Die oft so heiklen Tenorpartien gelangen in Palestrinas "Missa Brevis" mit tadelloser Intonation.
Peter Kranefoed hatte mit Michelangelo Rossis chromatisch eigenwilliger "Toccata Settima" die "Missa" eingeleitet, seine taghelle Interpretation von Felix Mendelssohns Sonate A-Dur op.62,2 markierte den klimatischen Wendepunkt.
Dichte Intensität - Zitterten in Hinrich Luchterhands Motette "Danket dem Herrn" harmonische Tücken noch wie Glaubenszweifel, so sang der Chor die Zeile "Wohlauf mein Herz und all mein Gut" in Hugo Distlers "Ich wollt, dass ich daheime wär" mit dichter Intensität wie in erdenthobener Hoffnung. Die unerschütterliche Hoffnung in der bachschen Motette "Ich lasse dich nicht", sang der Chor mit beschwingter Aufsässigkeit. Die unbedingte Innigkeit der Musiker begeisterte die Zuhörer und bei der Zugabe - Mendelssohn Motette "Denn er hat seinen Engeln befohlen" - klopfte einem schon das Herz.
Münstersche Zeitung, 21.11.2006, Günter Moseler
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Viel Beifall für ein anspruchsvolles Programm

18. November 2006, St. Jakobuskirche, Ennigerloh
Ein erfolgreiches Benefizkonzert hat der Kammerchor Münster am Wochenende in St. Jakobus Ennigerloh gegeben.
... Dann stellte sich der 33 Stimmen starke Kammerchor mit der Motette zu acht Stimmen "Jubilate Deo omnis terra" von Giovanni Gabrieli und der doppelchörigen Motette "Singet dem Herrn ein neues Lied" aus den Psalmen Davids von Heinrich Schütz den gespannten Besuchern vor. Begleitet wurde der Kammerchor hierbei durch die Continuogruppe mit Peter Kranefoed (Positiv) und Peter Spaeth (Kontrabass).
Makellose, saubere Intonation der Frauenstimmen und ausgeglichene Männerstimmen zeigten sich den Hörern als dynamischer und homogener Klangkörper. Die hohen Anforderungen der Werke Schütz und Gabrieli meisterte der Kammerchor Münster mühelos und reagierte auf kleinste Zeichen ihres Chorleiters Hermann Kreutz. Mit der Toccata Settima von Michelangelo Rossi erlebten die Zuhörer Peter Kranefoed auch als Solist an der Ladegastorgel. Sicherheit, adäquate Spieltechnik und farbige Registrierung zeichneten sein Spiel aus.&xnbsp;
Die Missa Brevis von Giovanni Pierluigi Palestrina, in einer Bearbeitung von Joh. Seb. Bach zu sechs Stimmen stand im zweiten Teil des Abends im Mittelpunkt. Sie leiteten zugleich über zu "Präludium et Fuge in d" von Joh. Seb. Bach. Hielt Peter Kranefoed das Präudium in leiser 8- und 4- Fuß Registrierung, wählte er für die Fuge ein schlankes Plenum, um dem Charakter dieses durchaus kammermusikalischen Werkes gerecht zu werden.
Der dritte Teil des Programms widmete sich dem Schaffen der Moderne. Mit der Motette über den 118. Psalm "Danket dem Herrn, denn er ist freundlich" von Hinrich Luchterhand und "Ich wollt, dass ich daheime wär" von Hugo Distler zeigte der Kammerchor die ganze Breite seines stimmlichen und musikalischen Könnens. Auch hier bewies der Chor sichere Intonation und Stimmführung.
Beeindruckend waren die großen dynamischen Spannungsbögen, die Hermann Kreutz mit weichen Bewegungen mühelos wie an Fäden aus dem Kammerchor Münster herauszog. Mit der Fuge in as-Moll von Johannes Brahms spannte Peter Kranefoed den Bogen zur Romantik. Der Kammerchor Münster wählte hierfür die achtstimmige Motette "Mitten wir im Leben sind" von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Peter Kranefoed beschloss mit Grave Adagio aus der Sonate Nr. 2 in c-Moll ebenfalls von Felix Mendelssohn-Bartholdy diesen Teil. Gerade im kraftvollen und grundtönigem Plenum des Grave und dem nachfolgenden Adagio zeigte er noch einmal die klangtypischen Färbungen dieses romantischen Instrumentes.
Den Abschluss des Benefizkonzertes bildete die Motette für zwei vierstimmige Chöre und Basso Continuo "Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn" von Joh. Seb. Bach. Große Sicherheit und Ruhe, auch in schnellen Passagen, ließen noch einmal das musikalische Können des Kammerchores Münster aufleuchten. Anhaltender Beifall wurde mit der achtstimmigen Motette "Denn er hat seinen Engeln befohlen" von Felix Mendelssohn-Bartholdy belohnt.
Die Glocke, 21.11.2006, gl
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Viele ergreifende Momente

5. März 2006, St. Antoniuskirche, Münster
Hermann Kreutz dirigierte Bachs Johannespassion Kaum hat das närrische Treiben ein Ende gefunden, da folgt schon die besinnliche Fastenzeit. Dementsprechend bereitet man sich (auch musikalisch) auf die Passionszeit vor.
Besonders schnell und besonders gut geschah das am Sonntag Abend in der Antoniuskirche. Der Kammerchor Münster lud ein zur Johannespassion von Barock-Meister Bach. Dass der Abend musikalisch sehr interessant werden würde, konnte man schon am Eingangschor ersehen. Am Pult des Orchesters con variazione setzte Hermann Kreutz immer wieder neue Akzente. Der Altmeister bot ein hellwaches und lebendiges Dirigat, dem man auch gerne zusah. Um so schöner war, dass seine Bewegungen auch in akustischen Wohlklang umgewandelt wurden.
Aber es war nicht nur ein rein musikalischer Abend. Vielmehr hatte man das Gefühl in ein Hörbuch der johanneischen Passionsgeschichte versetzt zu sein. Tenor Andras Post nahm seine Partie des Evangelisten sehr ernst: Seinem Vortrag musste man einfach folgen, so spannend gestaltete er die Rezitative mit mustergültiger Diktion und legte die Situation dem Publikum dar. Auch die beiden Basspartien des Jesus und Pilatus waren treffend besetzt: Andreas Wolf wirkte als Jesus selbstbewusst und besaß gleichzeitig die nötige Ruhe. Sebastian Noack gestaltete die Bass-Arien mit Autorität und geläufiger Stimme.
Tempiwechsel Und immer wieder waren es die Impulse und aufschreckenden Tempiwechsel von Hermann Kreutz, die eine packende Handlung vorantrieben. In diesem Rahmen gehörten auch die Arien und Choräle, die Kreutz deutlich als Kommentare zu den Szenen auslegte. Und der großartige Kammerchor Münster beherrschte den Wechsel als anrührender Klangkörper in den Chorälen zu den überschnappenden Einsätzen des aufgebrachten Volkes.
Der Dramatik von Verhaftung und Verurteilung Jesu war die eindringliche Ruhe und Betroffenheit nach seiner Kreuzigung gegenübergestellt. Hier waren die beiden Frauenstimmen von Jutta Potthoff (Sopran) und Annekathrin Laabs (Alt) gefordert, die sich mit glänzenden und sensiblen Stimmen empfahlen.
Eine geschlossene Leistung eines hervorragenden Ensembles.
Münstersche Zeitung, 7.3.2006, Christof Broermann
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Das muss erst mal jemand nachmachen

5. März 2006, St. Antoniuskirche, Münster
Kammerchor singt in der Antoniuskirche Bachs "Johannespassion"- Wieder einmal ist Hermann Kreutz der Erste. Mit dem Kammerchor Münster startet er nur wenige Tage nach Aschermittwoch in die Passionszeit. Und die Aufführung von Bachs "Johannespassion" am Sonntagabend war kein Fehlstart.
Die nur etwas kleinere Schwester der Matthäuspassion ist zwar rund eine Stunde kürzer, dafür aber umso anspruchsvoller für den Chor, der einen großen Teil der musikalischen Last zu tragen hat. Doch der lässt sich nicht im Geringsten beirren. Ein ausgewogenes Klangverhältnis zwischen den Stimmen, hervorragende Aussprache und hörbar gut einstudierte barocke Artikulation lassen Spannung bis in die letzten Reihen der voll besetzten Antoniuskirche dringen. Auch bei den heiklen, direkten Übergängen zwischen den Rezitativen und Chor sind sie immer präsent. Und die Intonation bleibt selbst bei den zum Teil kühnen Harmoniefolgen ohne Aussetzer. Das muss ihnen erst mal jemand nachmachen.
Mit flüssigen, aber nicht überhetzten Tempi, Choralfermaten ohne viel Schnickschnack und kurzen Begleittönen in den Rezitativen zeigt Hermann Kreutz einmal mehr wie gut er sich mit Barockmusik auskennt. Das alles bildet eine mehr als solide Grundlage für die Solisten.
Was für ein Tenor! Mit so klarer Tongebung und Intonation wie bei Andreas Post hört man barocke Rezitative selten. Ebenso wunderbar ist Bassist Andreas Wolf, der die Jesuworte singt. Dritter im Bunde der Männerstimmen ist Sebastian Noack, der die gemeinsamen Rezitative nicht nur bestens ergänzt, sondern auch die Arien vorzüglich gestaltet. Auf nicht ganz so hohem Niveau präsentieren sich die Frauenstimmen. Sopranistin Jutta Potthoff hat in der zügigen Gangart von "Ich folge dir gleichfalls" Mühe mit dem Tempo, während sich Altistin Annekathrin Laabs in der tiefen Lage nur schwer durchsetzen kann.
Das kleine "Orchester con varazione" erweist sich als großartige Stütze. Auch wenn sie mit "normalen" Instrumenten spielen, haben sich mit Laute, Gambe und Oboe da caccia ein paar Originale dazu gemischt, die für reizvolle Klangfarben sorgen. Dass die beiden Viola-d'amore-Partien etwas unsicher ausfallen - Schwamm drüber. Dem Chor bleibt zu wünschen, dass ihm solch aufwendige Projekte weiterhin möglich sind.
Westfälische Nachrichten, 7.3.2006, N. Hellenkemper
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2005

Gezogen, ergriffen, umarmt

16. November 2005, St. Antoniuskirche, Münster
Manche Konzerte sind wie eine Umarmung. In ihnen findet die Musik zu sich selbst und der Zuhörer zur Musik. Der Kammerchor Münster unter seinem Leiter Hermann Kreutz bot in der Antoniuskirche ein Programm von großer programmatischer Stimmigkeit.
In Johannes Brahms "Drei Motetten" op. 110 für vier- bis achtstimmigen Chor herrscht disziplinierte Erhabenheit. Bereits mit dem ersten, von kargen harmonischen Schatten beleuchteten Stück "Ich aber bin elend" bewies der Chor saubere Intonation, klare Diktion und einen dynamisch überaus flexiblen Klang. Auch im doppelchörigen dritten Stück "Wenn wir in höchsten Nöten sein" erhielt sich der natürliche Sprachduktus und blieben Präzision und Ausdruckskraft interpretatorisch prägend.&xnbsp;
Für die zwei kleineren Orgelwerke, die Passacaglia e-Moll op. 156 Nr. 11 von Josef Rheinberger und Felix Mendelssohn Bartholdys d-Moll-Sonate zog Christoph Grohmann bei tadellos klarem Spiel gedämpfte Register, setzte intime Zeichen musikalischer Demut.
Es waren aber die "Musikalischen Exequien" für sieben Solisten, Chor und Basso Continuo von Heinrich Schütz, die zum ergreifenden Ereignis des Abends wurden. Die komplexen Stimmverflechtungen und der Affektgestus dieser Musik, der mit feinster Schärfe den Text erfasst, wurden vom Chor vorbildlich gesungen. Auf den Eisflächen der Traurigkeit zogen chorische Sanftheit und Expressivität mit natürlicher Ausgewogenheit vorüber. Auch die sieben Gesangssolisten sowie die drei Instrumentalisten überzeugten. Nach der achtstimmigen Motette "Herr, wenn ich nur dich habe" schien selbst die Stille mitzusingen.
Hermann Kreutz greift, zieht und gräbt mit beiden Händen nach den Klängen. Keine Dirigierbewegung aber ist für diesen Dirigenten derart bezeichnend wie die kreisenden Arme, die plötzlich den Radius des reinen Klanges zu beschreiben scheinen. Niemand umarmt die Musik schöner als Hermann Kreutz, und kein Chor singt diese Umarmungen schöner als der Kammerchor Münster. Langer, von Bewegung getragener Beifall.
Münstersche Zeitung, 19.11.2005,Günter Moseler
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Polen darf sich freuen

3. Juli 2005, St. Antoniuskirche, Münster
Kammerchor Münster sang Tournee-Konzert Keine Kracher, keine bunten Nummern, kein bis an die Grenzen ausgereizte Dynamik mit wohlberechnetem verschönerndem Raumhall, sondern nur einfach schiere Musik im schlichten Gewand - der Kammerchor Münster kann es sich leisten. Wenn dann am Ende "Dona nobis pacem" aus Bachs "Messe in h-Moll" erschallt, ist ein schönes, in sich ruhendes Konzert zu Ende.
Dieses Programm, fast weise gewählt, weil musikalisch stimmig ohne jede Monotonie, wird der Kammerchor unter Hermann Kreutz in den nächsten Wochen in Polen singen. Denn schon bald fahren die 35 Sängerinnen und Sänger wieder ins östliche Nachbarland, um dort Konzerte zu geben und freundschaftliche Bande aufzufrischen.
Ernst Peppings Chorwerk "Jesus und Nikodemus" klingt gemäßigt modern. Die Männerstimmen übernehmen den Evangelisten und Nikodemus, der Gesamtchor erschallt nur bei den Worten Jesu. Zugrunde liegt ein Text aus dem Evangelium des Johannes, den der Kammerchor musikalisch sicher und schön textverständlich rüberbringt. Hermann Kreutz hat dabei immer die musikalischen Fäden in der Hand, und dementsprechend wirkt auch diese Nummer musikalisch sicher sowie gewollt drängend dort, wo es sein sollte.
Romantisch, aber nicht gefühlstriefend, kamen zwei Werke aus der Feder von Richard Bartmuß daher: sanft schwingend mit subtiler Dynamik, schön nach vorn gesungen und sehr innig. Filigran klang das Kyrie Dietrich Buxtehudes aus der "Missa Brevis" durch St. Antonius, das Gloria strahlend hinterher.
Egal aus welcher Epoche die Musik stammt, der Kammerchor scheint überall gleich gut zu Hause zu sein und seine sich auch mal zurücknehmenden Interpretationen bestechen durch Können und anmutigen Charme. Organistin Nina Sandmeier, Renate Vornhusen (Violincello) und Peter Spaeth (Kontrabass) sorgten zusätzlich für den sicheren Basso Continuo Part und sehr gelungene Orgelsoli.
Westfälische Nachrichten, 5.7.2005, Heike Eickhoff
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Aus dem Archiv befreit

18. Februar 2005, St. Antoniuskirche, Münster
Und wieder hat Dirigent Hermann Kreutz eine Entdeckung gemacht. Richard Bartmuß heißt der unbekannte Komponist, von dem der Kammerchor Münster zwei Motetten in seinem Konzert in der Antoniuskirche präsentierte. Der Dessauer Hoforganist war zu seinen Lebzeiten (1859-1910) bekannter als heute, seine Orgelstücke werden allmählich wiederentdeckt, seine Chorwerke schlummern jedoch weiter in den Archiven.&xnbsp;Vielleicht liegt der Grund in der übergroßen Nähe zum Vorbild Felix Mendelssohn. So waren die beiden Motetten "Ich hebe meine Augen auf zu Dir" und "Vater unser" zwar handwerklich gut gearbeitet, verströmten aber wenig Eigenes. Sensationell jedoch die Umsetzung durch den Kammerchor. Mit dem ersten Ton traf er das Ohr und erreichte sofort das Herz.&xnbsp;Die Wärme ließ das winterfeuchte Wetter vergessen und hielt das ganze Konzert über. [...]
Zoltán Kodálys Missa Brevis für Chor und Orgel erlebte ihre Uraufführung im Krieg im Keller des Budapester Opernhauses. Kodály scheut sich nicht, die menschliche Stimme an ihre Grenzen zuführen, und der Chor schonte sich nicht, diese Herausforderung mit Bravour anzunehmen. Vermissen konnte man nur eine gewisse kompositorische Stringenz in dem polystilistischem Werk. Die Musik nistet sich trotz all ihrer Gefälligkeit und der maßvollen Modernismen nicht im Ohr ein, da mochte der Chor noch so sehr in Technik und Ausdruck sein Bestes geben: Trotzdem: viel berechtigter Applaus.
Münstersche Zeitung, 22.2.2005, Dirk Jaehner
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2004

Der erste Bach der Saison

27. November 2004, Erphokirche, Münster
Pünktlich zum 1.Advent startet die berühmteste aller Weihnachtsmusiken in die Saison: Bachs "Weihnachtsoratorium". Und so viel vorweg: Das Niveau, das der Chor unter der Leitung von Hermann Kreutz am Samstagabend in der Erphokirche vorgelegt hat, muss erst mal überboten werden. Hermann Kreutz hat seinen Bach studiert, das merkt man. Flotte Tempi, geschlossene Choräle, keine unnötigen Ritardandi - so macht Barockmusik Spaß. Die Seccorezitative werden trotz der gegenteiligen Notation musikalisch korrekt, also endlich mal mit kurzen Noten begleitet.
Der knapp 40 Personen zählende Kammerchor Münster meistert seine Aufgabe, die zwischendurch auch in längerem Warten auf den nächsten Einsatz besteht, mit Bravour. Intonation, Aussprache, Klangmischung deuten auf beste Vorbereitung. Bestens einstudiert wirkt auch das Orchester "Con Variazione", das mit Schwung zur Sache geht und bei den zahlreichen Instrumentalsoli keine Schwächen erkennen lässt. Die Solisten fügen sich wunderbar in das gesamte Klangbild ein, allen voran Tenor Andreas Post, der die größte Partie zu bewältigen hat. Neben extremer Höhensicherheit in den Rezitativen zeigt er in der Arie "Frohe Hirten", dass er sich auch bestens auf rasend schnelle Koloraturen versteht. Ebenso höhensicher präsentiert sich die Sopranistin Hedwig Voss. Die Altistin Annekathrin Laabs bleibt mit ihrer dunkel timbrierten Stimme auch in tiefer Lage gut verständlich. Ebenso klar kommt der Bassist Ralf Grobe zur Geltung, der sich trotz schlanker Stimmfärbung gut durchsetzen kann.
Insgesamt ein rundum gelungenes Projekt des Kammerchores, das am Ende den verdienten Beifall des Publikums fand.
3.12.2004, Nicolas Hellenkemper
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Kammerchor machte seinem guten Ruf alle Ehre

...der Kammerchor hatte sich am Sonntagabend in der Apostelkirche der Musik jüdischer Komponisten angenommen. So weit so gut, vor allem was die chorisch perfekte Interpretation der Psalmvertonungen von Felix Mendelssohn Bartholdy betrifft. Der Kammerchor machte seinem guten Ruf alle Ehre und arbeitete feinste Nuancen der Stimmführung souverän heraus. Die Spannung, d ie die Sängerinnen und Sänger gerade auch in den Pianissimopassagen des Psalms 91,11-12 "Denn er hat seinen Engeln befohlen" aufbauen, weisen sie als einen Spitzenchor aus. Atem, Artikulation, Intonation - da stimmt einfach alles, und dem aufmerksamen Zuhörer jagte ein Schauer nach dem anderen über den Rücken. [...]
Der Höhepunkt blieb dem Kammerchor mit seiner atemberaubenden Interpretation der Psalme 42 und 43 "Wie ein Hirsch lechzet nach frischem Wasser" vorbehalten. Nicht die Mendelssohnsche Vertonung war zu hören, sondern die aus der Feder von Lewandowski. Dem Musiker, der 1840 Chordirektor der Neuen Synagoge Berlin wurde, war es gelungen den an Mendelssohn orientierten Zeitgeschmack mit der jüdischen Tradition zu verbinden.
September 2004, Stefan Herkenrath
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Professioneller Anspruch - umwerfender Klang

21. Juli 2004, Münster

Es gibt Konzerte, da passt einfach alles - von der stimmigen Programmauswahl bis zur ausgefeilten Darbietung. Weil der Kammerchor Münster in dieser Hinsicht eine sichere Bank darstellt, ziehen die Konzerte des Ensembles stets jede Menge Chorfans an. Wie in der Klosterkirche der Karmeliter, wo der Chor am Mittwoch das Repertoire für seine nun folgende Konzertreise nach Polen vorstellte. Unter der Leitung von Hermann Kreutz sang sich das etwa 40-köpfige Ensemble stilsicher durch fünf Jahrhunderte geistlicher Vokalkompositionen.
Eine glückliche Verbindung von professionellem Anspruch mit einem umwerfend natürlichen Chorklang. Souverän begleitet wurden die Sängerinnen und Sänger von Michelett Méndez (Kontrabass), Juan Mellado (Cello) und Nina Sandmeier (Orgelpositiv). Die Basso Continuo Gruppe Lieferte sowohl den barocken Motetten als auch Joseph Haydns Messvertonung "Sunt bona mixta malis" ein sicheres Fundament.
Ein Schwerpunkt des Programms lag auf den Psalmvertonungen romantischer Komponisten. Getragen von der dankbaren Kirchenakustik interpretierte der Kammerchor Mendelssohns "Richte mich Gott", "Jauchzet dem Herrn alle Welt" und "Denn er hat seinen Engeln befohlen" als musikalische Verkündigung des biblischen Inhalts. Die Textausdeutung stand auch in der Motete "Ich bin ein rechter Weinstock" von Heinrich Schütz im Vordergrund: Wie schön sich da die Reben um den Weinstock herumrankten!
Arvo Pärts Evangelienmotette "Tribute to Caesar" folgt der biblischen Vorlage auf eine nicht weniger geniale Art. Da gibt es gediegene Dissonanzen für die scheinheiligen Pharisäer, und ein trompetiger Strahleakkord auf dem Wort "Caesar" wird mit einer Klanggloriole um Jesu Worte kontrastiert - äußerst hörenswert. Nina Sandmeier bereicherte das Chorkonzert um passende, fein artikulierte Orgelmusik von Bach Johann Rinck und Gaetano Valerj. Standing Ovations für selbst in Münsters reichhaltiger Chorszene außergewöhnliches Konzert. Für diejenigen, die immerzu schwarz auf weiss lesen wollen, ob sie etwas verpasst haben wenn sie nicht selbst im Konzert waren: Die Antwort lautet in diesem Fall eindeutig "Ja".
23.7.2004, Brigitte Heeke
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